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Über Dave



Dave & Fusionismus

Ein ungewöhnlicher, etwas provokanter Satz, der sich aber bei näherer Auseinandersetzung als nüchterne Wahrheit herausstellt – denn alles, was wir als Fläche betrachten, entpuppt sich bei ausreichender Vergrösserung als dreidimensionale Oberfläche mit Höhen und Tiefen, als Relief. Eine Fläche ist ein Irrglauben, eine Illusion – und das perfekte Beispiel dafür, dass die Welt um uns herum oftmals grundsätzlich anders ist, als wir sie uns vorstellen.

Hinter dieser Aussage steckt Dave – geboren 1969 in der Schweiz, per Du mit der ganzen Welt und seines Zeichens Künstler. Vor über zehn Jahren erfand oder entdeckte Dave den Fusionismus, eine völlig neue Richtung des kreativen Schaffens, die in sich Bildhauerei, Malerei, Menschen und Medien vereint. Das Grundprinzip: Dave erschafft dreidimensionale Reliefs und Skulpturen und lässt auf ihnen zweidimensionale Bilder entstehen, die aber nur aus den exakt richtigen Blickwinkeln wahrnehmbar sind. Je nachdem, von welcher Seite man das Werk betrachtet, erkennt man ein völlig anderes Bild. In den Räumen zwischen diesen Perspektiven entstehen abstrakte Formen, ein wilder Tanz ungebändigter Farben. Der Betrachter ist gezwungen, sich vor dem Objekt zu bewegen, um die Bilder zu entdecken.

Darin liegt eine Aufforderung: Mach dir dein eigenes Bild – bewege dich. Eine Aufforderung, die sich nicht alleine auf die Kunst bezieht, denn der fusionistische Gedanke ist auch im Alltag anwendbar: Zu jedem Thema gibt es unzählige Betrachtungsweisen und Aspekte, und welche man persönlich am stärksten wahrnimmt, ist eine Konsequenz des persönlichen Standpunktes. Ohne Bewegung keine Erkenntnis – auch im Leben existieren keine Flächen.

In Bewegung ist Dave auch selbst immer geblieben – sei es mit den offiziellen Kunstwerken, die er zu allen FIFA-Fussballweltmeisterschaften seit 1998 erschuf und jeweils von allen Spielern beider Finalmannschaften vor dem Endspiel unterschreiben liess, sei es mit seinen unter anderem vor der Athener Akropolis und dem Brandenburger Tor in Berlin abgehaltenen Performances, oder sei es mit seinen unzähligen anderen Werken, die es immer wieder schaffen, Kunstkenner wie Laien gleichermassen ins Staunen zu versetzen.


Daves Biografie

1969

Dave kommt am 24. Juli als jüngstes von vier Kindern zur Welt. Seine Kindheit verbringt er in der Gegend um Laufen nahe Basel.


1985

Nach Abschluss seiner schulischen Laufbahn ergreift Dave den Steinmetzberuf.


1997

Bei einem Unfall erleidet Dave eine Kopfverletzung, die operativ behandelt werden muss. Nach der Operation hat sich etwas in ihm verändert. Noch benommen von der Narkose fasst er den Plan, ein Kunstwerk zu Ehren der WM 1998 in Frankreich zu erschaffen, und es vor dem Endspiel von allen Spielern beider Finalmannschaften signieren zu lassen. Wie dies genau geschehen soll ist unklar, doch Dave ist von seiner Idee fest überzeugt. Die mehrmonatige Ruhezeit nach der Operation gibt ihm die Zeit, um an seinem Werk zu arbeiten: “Le rêve du football” entsteht.


1998

Nachdem es Dave gelungen ist, bei der FIFA-Direktion mit seinem Bild vorzusprechen und grünes Licht für sein Vorhaben zu erhalten, macht er sich im Sommer 1998 auf nach Frankreich, um das Bild unterschreiben zu lassen. Zur allgemeinen Überraschung kehrt er – trotz der Wahnwitzigkeit seines Plans – erfolgreich zurück.


1999

Ermutigt durch den Erfolg und das positive Feedback auf sein Werk beginnt Dave, eine künstlerische Laufbahn ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Noch ist er allerdings unsicher, weil seine Ansprüche an die Kunst und damit an sich selbst sehr hoch sind. Noch einen weiteren Regionalkünstler, der jahrzehntelang Durchschnittskunst produziert und hauptsächlich von Fördergeldern lebt, braucht die Welt nicht.
Dave beginnt, sich in Folge dieser Überlegungen intensiv mit Kunst und Kunstgeschichte auseinanderzusetzen, und beginnt, nach einer neuen Ausdrucksform zu suchen, durch die er einen qualitativ hochwertigen Beitrag an die Kunst leisten könnte. Nach etwa einem Jahr wird er fündig: Beim Betrachten von Picassos “Les demoiselles d'Avignon” versucht er, inspiriert durch seine Erfahrung als Steinmetz, die Grundsätze des Kubismus ins dreidimensionale zu übertragen und entdeckt dabei den Fusionismus. Die erste Fusion wird in den letzten Tagen des Jahres, rechtzeitig zum Anbruch des neuen Kalenderjahrtausends, fertig.


2000

Es ergeben sich erste finanzielle Erfolge, die es Dave erlauben, den Steinmetzberuf ganz aufzugeben und sich vollends der Kunst zu widmen.
In diversen Werken beginnt er damit zu experimentieren, wie sich bestehende Kunststile verhalten, wenn sie auf Reliefs übertragen werden.


2001

Dave beschliesst, für die WM 2002 erneut ein Kunstwerk zu erschaffen – diesmal ein fusionistisches. Der Entstehungsprozess für dieses Werk, für den ursprünglich drei Monate eingeplant waren, wird zum erbitterten zwanzigmonatigen Schaffenskampf: Das Bild ist so komplex, dass jeder neue Pinselstrich das Werk aus mindestens einer Perspektive wieder zerreisst. Schlussendlich gelingt es ihm aber, das Bild, das den Titel “The magic of football” erhält, zu vollenden.


2002

“The magic of football” wird wie geplant an der WM 2002 vor Ort in Japan unterschrieben.
Es entsteht ausserdem das Bild “Love and Hatred”, das sich die terroristischen Anschläge des 11. September 2001 zum Thema macht.


2003

Dem WM-Kunstwerk 2002 folgt eine mehrjährige Periode intensiven Arbeitens, in der Dave mehr denn je nach völlig neuen Formen – darstellungstechnisch wie inhaltlich – sucht. Seine Haltung gegenüber der Kunstwelt wird zusehends kritischer – er beginnt in ihr ein veraltetes, starres Konstrukt zu sehen, das zu wesentlichen Neuerungen kaum noch fähig ist, verkommen zu sehr viel Masse mit sehr wenig Substanz. Wirklich gute Kunst, so lautet seine immer stärker werdende Überzeugung, hat es nicht nötig, sich im Glamourgewand an teuren Vernissagen für die High Society zu verstecken – gute Kunst würde einen Bauarbeiter genauso faszinieren wie einen Milliardären. Auf einen Kampf mit dem Kunst-Establishment hat es Dave nicht abgesehen; aber sehr wohl darauf, seine eigene Messlatte höher zu setzen und es besser zu machen.
Mehr und mehr beginnt Dave, den Betrachter und seine Wahrnehmung zu manipulieren, und experimentiert mit einer immer grösser werdenden Auswahl an künstlerischen Mitteln – unter Anderem mit Spiegeln, Schriftbildern, Fotografie, Film und Klang.
Mit “Tipomo” entsteht die erste lebendige Fusion – eine Performance mit Fusionsbildern, die direkt auf die nackte Haut der Akteure gemalt werden und durch deren Bewegungen erst im exakt richtigen Moment erkennbar werden.


2004

Es entstehen “Der Voyeur” und “Die Knospe”; meterhohe Skulpturen, die zur Aufstellung im öffentlichen Raum konzipiert sind.
Ausserdem erschafft Dave die Installation “Iteration”. Umrundet man diese einmal im Kreis, kann man auf ihren Seitenwänden einen Satz lesen: “Sind Sie sicher, dass Sie im Kreis gehen?”


2005

Im während eines Thailandaufenthalts entworfenen Werk “Formensch”, Objekt und Performance zugleich, lässt Dave seine Darsteller in einem überdimensionalen Relief völlig verschwinden – und damit symbolisch auch die Grenze zwischen Mensch und Kunst.


2006

Zur WM 2006 erschafft Dave sein drittes WM-Bild mit dem Titel “The Road to Berlin”, das wiederum von den Spielern beider Finalmannschaften unterschrieben wird.
Der Aufenthalt in Berlin führt zu einer Ausstellung beim Brandenburger Tor und inspiriert die Serie “Time Tunnel”, die, richtig aufgehängt, das Vorbeigehen an der Berliner Mauer simuliert, gleichzeitig aber auch mit Pfeilen den Weg zur Freiheit zeigt – zu einem Riss in der Mauer, der auf dem letzten Bild in der Reihe sichtbar ist.
International beginnt man, mehr und mehr auf den unkonventionellen Schweizer Newcomer aufmerksam zu werden; unter anderem in New York, wo eine Ausstellung seiner Werke statt findet.


2007

Über dem Haupteingang des Commerzbank-Turms in Frankfurt wird Daves Werk “Space of Time” fest installiert, eine langsam rotierende Kugel aus Röhren, die aus der Distanz gesehen bei jeder vollendeten Drehung einen Moment lang in der Luft zu verschwinden scheint. Damit macht Dave erstmals die Eigenbewegung eines statischen Objektes – anstelle der Bewegung des Betrachters vor einem Objekt – zum Auslöser eines künstlerischen Eindrucks.
In Basel entsteht Daves Atelierhaus, Wohnraum und Work-in-Progress-Ausstellung auf Anfrage zugleich.


2008

Im Herbst wird in Daves Atelierhaus “Public Fusion” uraufgeführt – eine öffentliche Fusion aus Architektur, menschlichen Körpern, Musik, Performance und Malerei.


2009

Nach einer Ausstellung seiner Werke in Athen ruft Dave die “fusion journey” ins Leben – eine ziel- und endlose Reise durch die Welt, die eine Suche darstellt: Die Suche nach der Menschheit im 21. Jahrhundert, nach ihren Ideen, Träumen und Entwürfen für ein neues Zeitalter, das nun anzubrechen verspricht – bedingt unter Anderem durch die wirtschaftliche Globalisierung, die Entstehung des Internets, das Ende des kalten Krieges und die zunehmende internationale Migration. Die Suche nach der Antwort auf die Frage: Was bringt die Welt von Morgen?
Das erste Kapitel dieser Reise beginnt am 16. Februar in Form von “DC”, einer Performance vor der Athener Akropolis. Die dabei enstandenen Bilder und Eindrücke werden von der Presse aufgegriffen und gehen infolgedessen um die Welt; auf allen Kontinenten wird in Fernsehen, Printmedien und Internet praktisch flächendeckend über das unkonventionelle Werk berichtet.
Die nächste Performance (DC II) folgt im Mai und wird beim Brandenburger Tor in Berlin abgehalten. Wiederum wird die Presse aufmerksam – das globale Medienecho übertrifft sogar dasjenige der Athener Performance um Längen. Von Korea bis Australien berichten die Medien. Eine weitere, kleinere Performance (DC III) findet im Juni im Umfeld der Art Basel statt.
Verbindendes Element der “DC”-Performances ist ein Gesicht, dessen Symbolwirkung diesen Moment der menschlichen Geschichte in sich zu prägen und zusammenzufassen scheint – dasjenige Barack Obamas, auf den in diesen ungewissen Zeiten Millionen von Menschen weltweit ihre Hoffnungen und Ängste über die Zukunft projizieren.

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